Was macht einen (didaktisch) guten cMOOC aus?

Die zweite Woche des #mmc13 ist in vollem Gange. Diese Woche geht es um MOOC-Didaktik. Was macht einen (didaktisch) guten MOOC aus? Spannend vor allem, wenn es um die didaktische Gestaltung und Organisation eines cMOOCs geht…

Denn cMOOCs sind von ihrer Struktur her wesentlich offener als xMOOCs (die Unterschiede habe ich hier beschrieben). Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum in den Impulsbeiträgen der 2. mmc13-Woche auch hauptsächlich diese thematisiert werden. Trotz meines ursprünglichen Plans, mich nach und nach in das Thema einzuarbeiten, habe ich schon alle Impulsbeiträge sowie viele andere Blogbeiträge gelesen (nein, mit Sarah, die Yvonne Stragies in ihrem Podcast beschreibt, habe ich nicht viel gemeinsam! 😉 Doch dazu später mehr…). Bevor meine Gedanken, Ideen und Fragen dazu von der Informationsflut weggeschwemmt werden, halte ich zumindest ein paar lieber mal in einem Blogartikel fest…

Impulsbeitrag 1: die unglaubliche Sarah

Yvonne Stragies stellt in ihrem Impulsbeitrag in Form eines Podcasts die „ideale MOOC-Teilnehmerin“ Sarah vor und schildert ihre vielfältigen, gut geplanten, kreativen, produktiven, kommunikativen, spielerischen MOOC-Aktivitäten. Meine Gedanken dazu waren nur: „Unglaublich! Wie macht sie das bloß? Ist das überhaupt zu schaffen? Wo nimmt diese Frau die Zeit dafür her? Das geht doch gar nicht, (oder etwa doch)? Schon alleine die präzise Zeitplanung und Formulierung der Lernziele nimmt extrem viel Zeit in Anspruch…“. Ein Podcast, angelehnt an Aussagen von Stephen Downes und George Siemens der bei mir viele Fragen aufgeworfen hat (intendiertes Lernziel erreicht, würde ich sagen ;-)). Auch Yvonne Stragies stellt in ihrem Beitrag eine ganze Reihe reflexiver Fragen zu MOOCs aus der Sicht von Newbies und erfahrenen Teilnehmern sowie Praktikern. Aus der Teilnehmerperspektive beziehen sie sich zusammengefasst vorwiegend auf folgende Schwierigkeiten (in Klammern meine Gedanken dazu):

  • Motivation, Durchhaltevermögen, Konzentration (Was ist mit Zeit? Die braucht man auch für einen MOOC.)
  • Den Durchblick behalten, Verfolgen der eigenen Lernziele
  • Kommunikation mit anderen Teilnehmern
  • Umgang mit Medien (muss geübt werden, Kann das wirklich von allen Teilnehmern für einen MOOC vorausgesetzt werden, wie es in einigen Kommentaren anklang?, Selbstdarstellung im Internet (dazu gehört Mut, Feedback nötig)
  • Beobachtung der Aktivitäten anderer (motivierend oder demotivierend? Im Fall von Sarah eher ein bisschen demotivierend.)
  • Kommt es wirklich zu einem Diskurs zwischen Praktikern und Laien? (Sicher lernt man sehr viel von Praktikern, aber kommt man tatsächlich mit ihnen ins Gespräch? Hab es noch nicht versucht… Werden meine Beiträge überhaupt von ihnen wahrgenommen? )
  • Welche Bedeutung haben bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Neugierde, Offenheit, intrinsische Motivation,…) auf den Lernerfolg? (Viele sind wahrscheinlich eine Voraussetzung für die MOOC-Teilnahme, andere wiederum erwirbt man im Laufe des MOOCs, z.B. Courage)

Aus der Sicht der Praktiker werden u.a.folgende Fragen aufgeworfen:

  • Kompatibilität von MOOCs mit formellen Lernarrangements (xMOOCs ja, cMOOCs jein würde ich sagen. Nur bei relativ offenen Themen, die auch im Rahmen eines Seminars diskutiert werden können. Eine Leistungsbewertung finde ich eher schwierig.)
  • Anpassung von MOOCs an eigene Lehr- und Lernziele
    (Durch Bereitstellung von Impulsbeiträgen können Lehrziele erreicht werden. Eigene Lernziele muss sich jeder Teilnehmer selbst setzen. Vorgaben (z.B. Kommentaranzahl) engen zwar die Offenheit ein, könnten den MOOC bei weniger aktiven Teilnehmern aber auch bereichern.)
  • Sind heutige Studierende bereit für MOOCs?
    (Nur weil sie studieren? Nein, die notwendige Medienkompetenz muss vermittelt werden, entweder schon in der Schule, oder in der Uni. Z.B. mit der Erstellung eines Blogs. Vielleicht sogar während eines MOOCs?)
  • Welche Potentiale haben MOOCs?
    (Ganz viele: Vernetzung, einen wichtigen Beitrag zum lebenslangen, selbstständigen Lernen, Erweiterung von Medienkompetenz, Aufbau persönlicher Lernnetzwerke, Wissen, Produktion von Open Educational Ressources (OER),…)
  • Form und Methode zur Einführung eines MOOCs? (Darüber muss ich noch eine Weile nachdenken…das ist wahrscheinlich abhängig von der intendierten Zielgruppe)
  • Potential/Gefahren/Grenzen öffentlich zu lehren und zu lernen
    (Gefahren: Was passiert mit persönlichen Daten? Stichwort: Learning Analytics. Diesem Thema würde ich zur Vertiefung gerne einen eigenen Artikel widmen. Copyright: wie kann man seine Inhalte schützen? Ein Aspekt, der in vielen Blogeinträgen angesprochen wurde. Potenziale: OER, freies Wissen im Netz).
  • Welche Unterstützung ist notwendig? (
    eine gute zeitliche, inhaltliche und organisatorische Struktur, Input in Form von Impulsbeiträgen, offene aber zentrale Plattform (z.B. Kursblog), Hilfestellungen (Anleitungen, Aktivitätsvorschläge, usw.), Feedback, Newsletter)
  • Beurteilung der Qualität der (Wissens)kommunikation (Leistungsbewertung – gute Frage! Darauf habe ich jetzt spontan leider keine Antwort.)
  • Spannung zwischen vorgegebenen Lernzielen und Inhalten vs. der freien Wahl der Themen, Lernziele
    (Lehrende als Moderatoren: Zusammenfassen, moderieren und kommentieren der Beiträge)

Auch die anderen Impulsbeiträge dieser Woche fand ich sehr interessant, insbesondere die Änderungsvorschläge, die Cornelie Picht (hier) vorschlägt, um die von Prof. Dr. Rolf Schulmeister genannten Schwierigkeiten von MOOCs zu überwinden. Darüber habe ich noch lange nachgedacht. Vor allem die Änderung der Perspektive, d.h. der Umgang mit den zahlenmäßig hohen, aber vielleicht nicht unbedingt mit dem MOOC zusammenhängenden Dropout-Quoten. Dieser Punkt wurde in dieser Woche rege diskutiert: Kann man in einem MOOC scheitern? Wann bin ich als Teilnehmer oder Veranstalter gescheitert? Wer ist verantwortlich dafür?

Leider habe ich viel zu wenig Zeit, um alle in dieser Woche angesprochenen Aspekte aufzugreifen. Also komme ich zur wichtigen Frage:

Was macht einen (didaktisch) guten MOOC aus?

Braucht man überhaupt eine MOOC-Didaktik? Gibt es sowas überhaupt? Da kann ich Claudia Bremer zu ihren Ausführungen nur zustimmen: ja, ich finde man muss einen MOOC auch didaktisch vorbereiten. Zumindest sollte ich mir über folgende Punkte Gedanken machen, wenn ich plane, einen MOOC zu veranstalten:

  • Thema und Inhalte,
  • damit verbunden (allgemeine) Lernziele: z.B. worüber soll diskutiert werden? Welche Tools sollen vorgestellt werden?
  • Die Rolle(n) der Veranstalter (mehrere, denn einen MOOC alleine zu organisieren halte ich nicht für möglich): Stephen Downes nennt hier eine ganze Reihe von Rollen. Sind diese alle notwendig? Wer kann sie übernehmen?
  • Strukturierung: thematisch (Aufteilung bzw. Abfolge der Themen), zeitlich (Taktung), organisatorisch (Wann und in welcher Form werden Impulsbeiträge, Zusammenfassungen, Newsletter, versendet bzw. veröffentlicht?) und medial (Wo, d.h. auf welchen Plattformen, in welchen Netzwerken, bietet man als Veranstalter Anlauf- und Orientierungspunkte sowie Diskussionsmöglichkeiten? Wie ist das technisch umsetzbar?)
  • Moderation, Motivation und Unterstützung: Wieviele und welche Hilfen kann man anbieten? Wie motiviert man die Teilnehmer/innen?
  • und bestimmt noch einige andere, dir mir gerade nicht einfallen.

Für mich persönlich (als Teilnehmerin) ist ein didaktisch guter MOOC ein MOOC mit einem für mich interessanten und spannenden Thema; mit einer übersichtlichen Lernumgebung (muss keine Lernplattform sein, damit kann auch ein Kursblog gemeint sein), in der ich mich gut zurechtfinde; mit motivierenden Elementen (seien es herausfordernde Aufgaben in einem xMOOC oder rege Diskussionen in einem cMOOC); das alles in einer angenehmen Atmosphäre. Und für euch?

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