MOOCs: Open = ???

Diese Woche steht der MOOC MAKER COURSE #MMC13 unter dem Motto: “Gib mir ein O: Wie open sind MOOCs wirklich?”. Hier mein Lernbericht zu diesem Thema.

Die erste Frage war, was open im Zusammenhang mit MOOCs überhaupt bedeutet. Darauf gibt es mehrere Antworten.

  1. Open = keine Teilnahmevoraussetzung: Jeder darf an einem MOOC teilnehmen. Es gibt keine Eingangsprüfung, erforderliche Qualifikation, oder ähnliche Einstiegshürden zu erbringen. Die einzige Voraussetzung ist ein Internetzugang. Das gilt sowohl für xMOOCs als auch für cMOOCs.
  2. Open = offener Zugang zum Kurs: Der MOOC ist frei im Internet zugänglich. Na ja, nicht ganz: für xMOOCs muss man sich meistens registrieren und z.T. auch seine Zustimmung zu Nutzungsbedingungen abgeben. Auch in cMOOCs können Lernende sich ausgeschlossen fühlen: z.B. wenn in sozialen Netzwerken oder auf anderen Plattformen Diskussionen stattfinden, von denen man nichts mitbekommt oder für die man keinen Account hat und einen solchen vielleicht gar nicht anlegen möchte. Diesen Punkt versehe ich mal mit einem Fragezeichen
  3. Open = freie Zeiteinteilung. Jein, würde ich sagen. Es gibt zwar einen Zeitrahmen für bestimmte Themenaspekte (meistens eine Woche oder zwei, aber innerhalb dieses Zeitrahmens kann man sich seine Lernzeit selbst einteilen.
  4. Open = freie Themenwahl. Für xMOOCs sind die Themenaspekte und oft sogar schon die Reihenfolge der Lernvideos festgelegt, da sie aufeinander aufbauen. Bei cMOOCs hingegen kann jeder Lernender eig ene Schwerpunkte setzen und die Lernmaterialien lesen, anschauen, sammeln, produzieren, kommentieren und diskutieren, die ihn/sie interessieren oder für ihn/sie relevant sind. Dazu gehört auch das Festlegen individueller Lernziele.
  5. Open = Freiwilligkeit. Eine Anmeldung heißt nicht, dass man gezwungen ist, den kompletten MOOC zu absolvieren. Ein MOOC ist freiwillig und steht jedem je nach Zeit, Interesse und Lernziel offen. Nur für Zertifikate oder Badges müssen bestimmte Leistungen erbracht werden.
  6. Open = freie Lernmaterialien. Jein, denn in einigen xMOOCs hat man z.B. nur für die Zeit, in dem der MOOC stattfindet, Zugriff auf die Lernmaterialien. Ein weiterer Aspekt ist die Lizensierung: handelt es sich tatsächlich um “freie Lernmaterialien” im Sinne von Open Educational Resources (OER)? Selbst eine Creative Commons Lizenz für nicht-kommerzielle Nutzung ist nicht wirklich frei – wie ich diese Woche gelernt habe – denn sie darf z.B. nicht für Wikipedia verwendet werden, da Wikipedia auch ein kommerzielles Unternehmen ist.
  7. Open = kostenlos Ja, MOOCs sind für die Teilnehmer kostenlos. Doch wie werden sie finanziert? Bezahlt der Lerner etwa mit seinen Daten (Stichwort: Learning Analytics)? Dies werde ich hoffentlich nächste Woche erfahren, wenn es im #MMC13 um Geschäftsmodelle für MOOCs geht.
  8. Open = offene Bildung. Ebnen MOOCs den Weg für eine offene Bildung im Sinne von lebenslangem, eigenverantwortlichem, individuellem und informellem Lernen? Bringen MOOCs Offenheit in Institutionen, wie Schule, Uni oder auch Unternehmen?
    Oder sind sie bloß ein kurzzeitiger Trend? Auch hier ein Fragezeichen
  9. Open = Fragezeichen Wofür könnte das “Open” noch stehen?

Mehr zu diesem Thema gibt es im Kursblog des #MMC13. Habt ihr noch Ideen?

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2 Antworten auf MOOCs: Open = ???

  1. malou bülow sagt:

    “Open” in Bezug auf eine “leichte” Sprache, die auch von Nicht-Mutter”sprachler_innen verstanden werden kann.
    Siehe Beitrag von Alexander Lasch via @MartinLindner, gefunden bei G+
    http://alexanderlasch.wordpress.com/2013/02/03/leichte-sprache-10-gestaltungshinweise/

  2. Pingback: Abschlussbericht der Woche 3. Eine ganz subjektive Zwischenbilanz - #MMC13 - der Open MOOC-Maker Course 2013

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