Ist YouPrompt auch im FSU einsetzbar?

Am 29.09.11 findet in Dortmund ein YouPrompt-Seminar des Hartware MedienKunstVereins (HMKV) für Lehrer und Pädagogen statt. Was ist eigentlich YouPrompt? Kann man das auch im Fremdsprachenunterricht einsetzen?

YouPrompt ist eine Art, sich durch die Reproduktion eines Videos kreativ, künstlerisch und kritisch mit YouTube auseinanderzusetzen. Dies funktioniert folgendermaßen:

  1. Auswahl eines YouTube-Videos (z.B. eine Rede, ein Interview) bzw. eines Ausschnittes von ca. 1-3 Minuten
  2. Transkription des Videos, d.h. eine Verschriftlichung des Gesagten und vielleicht auch Regieanweisungen
  3. Vorbereitung des eigenen Videos: Verkleidung, Hintergrundbild, usw.
  4. Aufnahme des Videos: der Text (der Rede oder des Interviews) wird vorgetragen und der Vortrag mit einer Webcam oder Kamera aufgezeichnet. Falls vorhanden (in der Schule wohl eher die Ausnahme!) kann ein Teleprompter eingesetzt werden. Diesen kann man aber auch selber herstellen, z.B. indem ein zweiter Schüler ein Plakat mit dem Text hält. Als zusätzliche Hilfe kann man auch das Originalvideo mit Kopfhörern laufen lassen, wobei dies auch ablenken kann. Darauf würde ich wahrscheinlich erst mal verzichten.
  5. Veröffentlichung: bei YouTube kann man das Video mit der Vorlage verlinken und kommentieren und bewerten lassen

Das oben genannte Seminar zeigt Einsatzmöglichkeiten für den Unterricht auf. Hier meine Ideen zu einem möglichen Einsatz im Fremdsprachenunterricht:

  • Im Fremdsprachenunterricht ist YouPrompt wenn überhaupt wohl eher in der Oberstufe in einer fortgeschrittenen Lerngruppe (z.B. Englisch) einsetzbar. Für das Fach Englisch gibt es bei YouTube bestimmt auch passende Vorlagen, die thematisch auch in den Lehrplan passen könnten. Spontan fallen mir hier die Themen „British History and Culture“, „American Dream“ „India“ und „Globalization“ ein.
  • Bei der Auswahl des Videos setzt man sich schon mit dem Inhalt auseinander.
  • Durch die Transkription des Videos wird das Hörverstehen gefördert. Keine leichte Aufgabe, denn es ist nicht so einfach einen nur gehörten Text zu verschriftlichen.
  • Während der Vorbereitung wird die Rede/das Interview interpretiert: welche Redemittel werden benutzt? Welche Wörter werden besonders betont? Wie ist die Körpersprache der Person? usw. Bei der Präsentation der erstellten Videos kann von den Schülern vielleicht auf diese Punkte noch mal eingegangen werden. Anschließend kann man dies auch im Plenum diskutieren. Auch die Unterschiede zwischen Originalvideo und Reproduktion könnten thematisiert werden.
  • Eine Veröffentlichung sollte nur auf freiwilliger Basis vorgenommen werden. Vielleicht gibt es ja auch eine schul- oder kurs-interne Möglichkeit der Veröffentlichung, wie z.B. auf einer Lernplattform? Dort könnten sich die Schüler die Videos auch zu Hause anschauen und nach vorgegebenen Kriterien bewerten, um sie auf dieser Grundlage im Unterricht zu besprechen. Denn selbst wenn die Schüler in Gruppenarbeit die Videos reproduzieren, hat man wahrscheinlich nicht genug Zeit, alle Videos in der Unterrichtsstunde zu zeigen bzw. ausführlich auszuwerten.

  • Mein Fazit: YouPrompt ist eine neue, interessante, bestimmt auch für die Schüler motivierende Möglichkeit sich mit Texten (z.B. politischen Reden) auseinanderzusetzen. Der zeitliche Aufwand ist zwar höher als bei einer herkömmlichen Textanalyse. Doch neben der durch die eigene Aufnahme gegebenen Handlungsorientierung bietet diese Methode auch viele Sprechanlässe. Für einen Englisch-Oberstufen-Kurs könnte ich mir das durchaus vorstellen.

    Weitere Informationen: zum o.g. Seminar und über YouPrompt.

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