Sprachenlernen mit eTandem

Fremdsprachen lernt man am Besten, wenn man sie benutzt, idealerweise in Kontakt mit Muttersprachlern. „Tandem“ ist eine Methode des autonomen Fremdsprachenlernens mit einem muttersprachlichen Lernpartner. Das geht nicht nur „face-to-face“ sondern auch mit neuen Medien (eTandem).

Bei Tandemkursen kommuniziert man regelmäßig mit einem Tandempartner, der Ihre Fremdsprache als Muttersprache spricht und Ihre Sprache lernen möchte und zwar in beiden Sprachen. Dabei korrigiert man sich gegenseitig. Die Vorteile überwiegen:

  • Hör- und/oder Leseverstehen und mündliche und/oder schriftliche Sprachkompetenz werden gefördert (→ Rezeption und Produktion)
  • Autonomes Lernen wird gefördert: man kann selbst das Gesprächsthema bestimmen, Ort und Zeit festlegen, usw. Dies stärkt die Eigenverantwortung und Selbstreflexion.
  • Kooperatives Lernen findet statt, indem die beiden Tandempartner Vereinbarungen (→ Lernziele) treffen und diese einhalten.
  • „Aus Fehlern lernt man.“
  • Interkulturelle Handlungskompetenz: durch den Kontakt mit einem Muttersprachler lernt man eher kulturelle Besonderheiten, idiomatische Redewendungen, Umgangssprache, usw.
  • Aus Tandempartnerschaften können Freundschaften entstehen.

Mit dieser Methode habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht und kann sie daher nur weiterempfehlen.

Beim eTandem findet die Kommunikation nicht persönlich, sondern z.B. per E-Mail, Chat oder Skype statt. Soziale Netzwerke können helfen, in Kontakt zu bleiben.
Mit Hilfe der genannten Medien kann die räumliche Entfernung überwunden werden (→ Distance Learning), aber die zeitliche Nähe bleibt vorhanden! Durch Videochats und Skype gibt es die Möglichkeit, auch die mündliche Sprachkompetenz zu fördern.

Im Rahmen eines Schüleraustausches lässt sich diese Methode gut in den Fremdsprachenunterricht einbauen, indem z.B. die Austauschschüler vor dem eigentlichen Schüleraustausch zum Kennenlernen einen e-Tandem-Kurs starten. Dabei können auch die Schüler der beiden Klassen mit eingebunden werden, die nicht an dem Schüleraustausch teilnehmen. Auch bei gemeinsamen Projekten mit der Partnerschule können solche Tandemkurse zum Einsatz kommen.

Um den Lernerfolg zu dokumentieren und zu reflektieren, könnten Tandemkurse mit dem Führen eines Lerntagebuchs verknüpft werden.

Das Selbstlernzentrum der Ruhr-Universität-Bochum vermittelt Tandempartner, u.a. eTandem-Partner – nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für Schulklassen. Dort erhalten sie auch weitere Informationen, Literaturhinweise, usw.

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