MOOC über Internetworking: meine Lernerfahrungen

Heute vor genau 30 Jahren wurde die Protokollsuite TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) eingeführt. Erst vor einer Woche habe ich einen offenen Online-Kurs des Hasso Plattner Instituts (OpenHPI) zu diesem Thema erfolgreich abgeschlossen. Ein guter Anlass also, um von meinen Lernerfahrungen zu berichten.

Mit der Umstellung des Internetvorgängers Arpanet auf TCP/IP wurde die Grundlage für das heutige Internet gelegt, denn die Protokolle sind so umfangreich und gut durchdacht, dass sie auch heute noch verwendet werden, da sie eine Nutzung unterschiedlicher Netze ermöglichen.
Als reiner Nutzer des Internets kann man sich kaum vorstellen, was beispielsweise beim Aufrufen einer einfachen Internetseite alles im Hintergrund passiert. Angefangen von den ISO/OSI und TCP/IP Schichtenmodellen über die Vorgänge und Protokolle in den einzelnen Schichten bis hin zum zukünftigen IPv6-System: im Verlauf des MOOCs habe ich eine Menge darüber gelernt.

Da ich mich sowieso in dieses Thema einarbeiten wollte, habe ich mich schon im Sommer für den Kurs angemeldet. Vorher bot das Hasso Plattner Institut noch einen weiteren Kurs auf Englisch an (zum Thema: „In-Memory Data Management“). Da ich neugierig war und wissen wollte, wie dieser Kurs aufgebaut ist und was es mit dem Thema auf sich hat, nahm ich auch an diesem Kurs teil – allerdings nicht sehr lange. Sprachlich hatte ich keine Probleme dem Kurs zu folgen, aber inhaltlich fehlten mir so einige Grundlagen. Den Aufbau des Kurses fand ich aber sonst sehr ansprechend.

Der Kurs zum Thema „Internetworking mit TCP/IP“ hingegen fand auf Deutsch statt und war eher auf Anfänger wie mich zugeschnitten. Ich konnte inhaltlich sehr gut folgen. Der Kurs war ähnlich wie der andere Kurs aufgebaut:

  • Es wurde eine Lernplattform verwendet, auf der man sich einloggen konnte.
  • Der Kurs war in wöchentlich zu bearbeitende Module aufgeteilt.
  • Die Module bestanden aus unterschiedlich langen Vorlesungsaufzeichnungen mit anschließenden Selbsttests. Wöchentlich war eine Hausaufgabe zu bearbeiten, deren Ergebnis mit in das Endergebnis floss. Zusätzlich gab es Lesematerial (Blogeinträge, Pdf-Dateien, Links, Präsentationsfolien). Im Laufe des Kurses wurden die Vorlesungen auch als mp3-Dateien zur Verfügung gestellt. In manchen Modulen gab es noch praktische Zusatzaufgaben (Analysen mit Wireshark).
  • In Tutorien wurden Themen aus den Vorlesungen herausgegriffen und praktisch demonstriert. Dies waren z.B. Berechnungen zum Routing.
  • Ein Diskussionsforum bot die Möglichkeit, mit anderen Kursteilnehmern in Kontakt zu treten bzw. Fragen an das OpenHPI-Team zu stellen. Zusätzlich gab es auch eine Chatfunktion.
  • Eine Übersicht über den eigenen Lernfortschritt rundete den Kurs ab.
  • Eine bestandene Abschlussprüfung und die Hausaufgaben waren Grundlage für ein Zertifikat.

Die wöchentliche Aufteilung war manchmal etwas knapp bemessen, aber trotzdem irgendwie machbar. Bei etwas mehr Zeit hätte ich sicher noch mehr nachlesen können, es hätte aber auch gut sein können, dass dadurch meine Motivation nachgelassen hätte. Deswegen fand ich die Aufteilung schon ganz gut so. Die Vorlesungen waren verständlich und da das Thema für mich neu war, sehr spannend. Die Selbsttests halfen mir zur Verständnisüberprüfung: an den Ergebnissen konnte ich direkt erkennen, was ich noch einmal nachlesen musste. Vor der Bearbeitung der Hausarbeit am Wochenende habe ich erst noch einmal alle Selbsttests gemacht und mir das Lesematerial durchgelesen. Die Zusatzaufgaben waren ebenfalls eine Herausforderung, die ich aber durch viel Ausprobieren lösen konnte. Besonders nervös war ich vor der Abschlussprüfung, da ich nicht wusste, was mich erwartet, da ja alle Themen dran kommen konnten. Nachdem ich diese allerdings erfolgreich hinter mich gebracht hatte, fand ich es schade, dass der Kurs schon vorbei ist. Er hat mir sehr gut gefallen und ich habe viel gelernt. Das war übrigens mein erster MOOC, an dem ich aktiv und bis zum Schluss teilgenommen habe.

Der nächste OpenHPI-Kurs über „Semantic Web“ ist schon für Februar angekündigt. Er soll auf Englisch stattfinden und sich an Fortgeschrittene richten. Da das Thema interessant ist, werde ich auf jeden Fall mal rein schauen (angemeldet bin ich schon) – ob ich es zeitlich schaffen werde, mich intensiv damit auseinanderzusetzen, weiß ich noch nicht. Im Laufe des Jahres soll es auch einen deutschsprachigen Kurs geben, der auf dem Internetworking-Kurs aufbaut. Ich freue mich schon darauf!

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3 Antworten auf MOOC über Internetworking: meine Lernerfahrungen

  1. Sperling sagt:

    Danke für diesen detaillierten Bericht bezüglich des openHPI-Kurs. Es ist immer interessant, wie die einzelnen MOOCs sich unterscheiden.

    Viele Grüße
    Sperling

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