Studieren, Lurken & Zeitplanung

Lange nichts mehr in den Blog geschrieben. Was ist in meiner eLearningWelt in dieser Zeit passiert? Und was ist eigentlich aus meinen – vielleicht doch etwas übereifrig verfassten (?) – MOOC-Plänen geworden? Das Semester neigt sich auch dem Ende entgegen. Hier ein kurzes Fazit.

Im Sommer-Semester standen für mich diesmal zwei Module meines Studiengangs „Bildung und Medien“ auf dem Plan: M5 („Anwendungsfelder und Handlungsbedingungen“) über Corporate E-Learning und zwei Kurse aus M7, dem Wahlmodul Informatik (CSCW und CSCL, also Computer Supported Collaborative/Cooperative Work bzw. Learning). Beides sehr interessante und spannende Themengebiete.

Gruppenarbeit

Im Rahmen von Modul 5 fand zunächst eine Gruppenarbeit statt, in der eine Power-Point-Präsentation und ein Podcast zu einem bestimmten Thema (in meinem Fall: Blogs bzw. Microblogging im betrieblichen Kontext) erstellt werden sollte.

Einige Kommilitonen aus meinem Studiengang mögen es gar nicht, wenn wir solche Aufgaben bekommen: zum Einen halten sie das Studium durch die Aufgaben mit festgelegten Abgabefristen für „zu verschult“, zum anderen mögen sie keine Gruppenarbeit (Vielleicht aufgrund schlechter Erfahrungen?).

Mir hat die Gruppenarbeit sehr viel Spaß gemacht und unsere Ergebnisse sind auch ganz gut geworden, wie ich finde. Die Zusammenarbeit mit meinen Mitstudierenden war sehr angenehm, inspririerend und produktiv. Mir helfen die – m.E. auch sinnvollen und motivierenden – Aufgaben bei der Zeitplanung für das Semester. Dadurch beschäftige ich mich automatisch viel intensiver mit dem Lernstoff, als wenn ich nur die Studienbriefe durcharbeiten würde. Zudem kann ich wichtige Erfahrungen mit virtueller Gruppenarbeit aus Teilnehmersicht sammeln, die ich sehr schätze und auf die ich später aus Lehrperspektive zurückgreifen kann:

  • Wie organisiert man sich am besten? Arbeitsaufteilung, Zeitplanung, Kommunikation,…
  • Welche Medien sind am sinnvollsten für die Aufgabe? Medienauswahl: synchron vs. asynchron, Dateiaustausch (z.B. Dropbox) vs. kollaboratives Arbeiten/Lernen (z.B. Google Drive), intern (Moodle-Umgebung der Uni) vs. extern (das große, weite Internet), …
  • Wie kommt man zu einem gemeinsamen Endprodukt? Kooperation, Kollaboration, Kommunikation,…

Natürlich ist eine solche Gruppenarbeit auch mit einem hohen Zeitaufwand verbunden – Zeit, die mir für andere Dinge fehlt (z.B. MOOCs, s.u.)

Recherche, Lesen, Strukturieren, Schreiben

Die nächste Aufgabe in M5 bereitete schon die Hausarbeit vor, denn sie bestand darin, ein Exposè dafür zu verfassen. Dies bedeutet, zunächst einmal, ein Thema auszuwählen, Literaturrecherche betreiben, sich für eine Themenformulierung entscheiden und – ganz wichtig – eine Forschungsfrage stellen, um die Arbeit dann in Form einer Gliederung zu strukturieren, so dass am Ende die Forschungsfrage hoffentlich beantwortet wird. Leider überschnitt sich diese Aufgabe mit meinem Urlaub (fast ohne Internet), so dass ich etwas in Zeitnot geriet, was die Recherche betrifft. Fazit: Kein Urlaub mehr mitten im Semester! (Das Wetter war sowieso nicht viel besser, als im Frühjahr…) 😉
Zur Zeit arbeite ich an meiner Hausarbeit. Thema sind die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Einführung von Blended Learning in Unternehmen.

Lesen, Übungen und Ausprobieren

Im Informatikmodul gibt es viel Lesestoff zu bewältigen. Dieser muss auch gelernt werden, so dass er in der noch anstehenden mündlichen Prüfung wieder abrufbereit ist. Nach jeder Kurseinheit gibt es eine Übung, die aus Multiple-Choice-Fragen besteht, die nicht immer einfach zu beantworten sind. Zur Vorbereitung auf die Prüfung habe ich angefangen, Zusammenfassungen zu schreiben und Mind-Maps zu verfassen. Da ist aber noch Einiges zu tun. Zusätzlich habe ich mich mit Lernplattformen beschäftigt: Moodle kenne ich ja nur aus Lernersicht. Deshalb habe ich eine VM (Virtual Machine) mit Ubuntu-Server aufgesetzt und Moodle und Ilias installiert, um zu sehen, wie die LMS „hinter den Kulissen“ aussehen und einfach mal ein bisschen ausprobiert… Dazu folgt irgendwann noch ein eigener Blogartikel.

MOOCs

Die MOOCs an denen ich vorhatte teilzunehmen bzw. wenigstens ein bisschen zu lurken (s. Blog-Artikel) sind entweder schon beendet oder kurz davor. Zeit, ein Fazit zu ziehen.

COER13: Open Educational Ressources ist ein interessantes Thema, mit dem ich mich bestimmt in Zukunft noch beschäftigen werde. Abgesehen von gelegentlichem Lurken blieb für den MOOC leider zu wenig Zeit. Evtl. Nachmoocen.

IDDG13: Voller Spannung erwartete ich den ersten Fernuni-MOOC. Bei diesem wollte ich eigentlich auf jeden Fall mitmachen, tat es auch mit Lurken und einigen Beiträgen in der Moodle-Umgebung. Die zeitliche Taktung war sehr eng, so dass es für mich neben einer Vollzeitbeschäftigung unmöglich war, das zur Verfügung gestellte Material anzuschauen, die umfangreichen Aufgabenstellungen zu bearbeiten und die Ergebnisse in Form eines Blogbeitrags oder mit Hilfe anderer sozialen Medien, die ich bei dieser Gelegenheit gerne ausprobiert hätte, zu veröffentlichen. Anfang der Woche gab es das Einführungsvideo mit der Aufgabenstellung und spätestens am Donnerstag wurde bereits die Lösung bzw. ein Fazit des zuständigen Dozenten präsentiert. Am Wochenende hätte ich vielleicht etwas Zeit gefunden, aber meine Motivation dann noch etwas einzureichen, wo schon auf der Fernuni-Homepage das nächste Thema beworben wurde, hielt sich in Grenzen. Durch die Strukturierung der Aufgaben konnte man sich zwar gut orientieren (dies gilt nicht für die Moodle-Umgebung als Plattform: die vielen – manchmal sehr langen – Threads fand ich sehr unübersichtlich), aber unter der präsentierten Lösung litt meiner Meinung nach auch ein bisschen die Offenheit.
Auf einen Kommentar, in dem ich die – wahrscheinlich für einen großen Teil der Zielgruppe „Fernstudierende“ – ungünstige Zeitplanung kritisierte, erhielt ich eine interessante Antwort eines Studierenden der Wirtschaftswissenschaften, sinngemäß:

Der Grund, warum so wenig Studierende aus anderen Fakultäten als Bildungswissenschaft an dem MOOC teilnehmen (dies war der Ausgangspunkt der Diskussion), sei, dass diese „ökonomisch“ studierten, indem sie sich ausschließlich auf ihr Studium konzentrierten und Zeit in „Schein-relevante“ Veranstaltungen investierten. MOOCs seien in Bezug auf das Studium Zeitverschwendung.

Letzteres empfinde ich nicht so: man kann auch in MOOCs eine Menge lernen, Wissen vertiefen, Gleichgesinnte kennenlernen und praktische Erfahrungen im Themengebiet oder mit Social Media Tools sammeln. Aber über den ersten Teil habe ich lange nachgedacht: Studiere ich etwa nicht „ökonomisch“ (genug)? Lasse ich mich durch MOOCs von meinem Studium ablenken? Was bringt mir eine MOOC-Teilnahme, wenn ich dadurch möglicherweise schlechtere Studienleistungen erbringe? Da mein Zeitplan mit den beiden Modulen bereits gut gefüllt war, konzentriere ich mich jetzt wieder mehr auf mein Studium. Das heißt aber nicht, dass ich mich gar nicht mehr für MOOCs interessiere. Über Twitter bleibe ich auf dem Laufenden und werde mir bestimmt noch den ein oder anderen MOOC genauer ansehen (Stichwort: Lurken). 😉

SOOC13, OpenHPI „Webtechnologien“Ein bisschen Lurken, Dropout und vielleicht irgendwann „Nachmoocen“.

Das gilt auch für den EXIF13 (Expedition auf die Insel der Forschung, oder so ähnlich), den 2. Fernuni-MOOC, der ausschließlich Twitter als Plattform nutzt (viel übersichtlicher als Moodle). Thema ist wissenschaftliches Arbeiten. Einige Videos habe ich mir bereits angeschaut und auch einige Tipps für meine Hausarbeit erhalten.

Eine häufig gestellte Frage im Zusammenhang mit MOOCs ist, wie die hohe Dropout-Quote zustande kommt. Fehlende Motivation ist es bei mir jedenfalls nicht, eher Zeitmangel. Mögliche Hypothesen sind auch fehlende Zertifizierungen und Anrechenbarkeit auf das Studium. In den genannten MOOCs konnte man Zertifizierungen erwerben, aber diese können meines Wissens – abgesehen vom SOOC13 – nicht als Studienleistung angerechnet werden. Hätte ich lieber an einem der MOOCs teilgenommen anstatt an einem Modul meines Studienganges? Diese Entscheidung würde mir schwer fallen, denn mein Studium gefällt mir eigentlich ganz gut… Als Teilaufgabe eines Moduls könnte ich mir eine MOOC-Teilnahme schon eher vorstellen.

Blog eLearningWelt

Zu lange Blog-Pause (wenn auch nicht untätig verbracht) und jetzt schon wieder ein sehr langer Beitrag… Ich habe sogar den 1. Blog-Geburtstag meiner eLearningWelt verpasst. 🙁
Demnächst versuche ich, wieder regelmäßiger, aber dafür kürzere Artikel zu schreiben. Die eLearningWelt muss sich weiter drehen! 🙂

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