eLearningWeltIT-WeltIt’s MOOC-Time!

Demnächst starten wieder viele interessante MOOCs, an denen ich gerne teilnehmen würde. Diese möchte ich im Folgenden kurz vorstellen.

Ein MOOC ist ein „Massive Open Online Course“. Was sich dahinter verbirgt, habe ich in einem Blog-Eintrag beschrieben. Dort wird auch die Unterscheidung zwischen cMOOCs und xMOOCs erklärt. Jetzt aber zu den aktuellen bzw. kommenden MOOCs.

OpenHPI: Datenmanagement mit SQL

Ein xMOOC des Hasso-Plattner-Instituts, mit dessen Hilfe ich meine bereits vorhandenen Datenbank- und SQL-Kenntnisse auffrischen und vertiefen möchte. Starttermin ist der 8.4.13, aber die ersten Materialien sind schon online. Themenbereiche der 6 Kurswochen sind:

  • Datenbanken allgemein: Aufbau, Geschichte usw.
  • Modellierung von Datenbanken: z.B. Planung, Entity-Relationship-Modell
  • Relationaler Entwurf: Aufbau einer relationalen Datenbank, Regeln, usw.
  • Relationale Algebra: Verarbeitung in Datenbanken (damit kenne ich mich noch gar nicht aus – bin gespannt, was mich da erwartet)
  • SQL: Aufbau, Syntax und Semantik der am häufigsten für Datenbankanfragen eingesetzten Sprache

Am Ende des Kurses ist es auch möglich ein Zertifikat zu erhalten. Voraussetzung dafür sind die Bearbeitung wöchentlicher Hausaufgaben und einer Abschlussprüfung. Mehr Informationen gibt es hier.

OpenHPI: Web-Technologien

Gerade bei der Suche nach Informationen zum Datenmanagement-Kurs entdeckt: die Ankündigung des nächsten OpenHPI-Kurses. Im vergangenen Kurs „Internetworking mit TCP/IP“ (mein Erfahrungsbericht) wurde dieser Nachfolgekurs über Webtechnologien bereits für den Sommer angekündigt. Dass er schon am 27.05.13 03.06.13 startet (Dauer: ebenfalls 6 Wochen) hat mich jetzt doch ein bisschen überrascht. Ich bleibe aber bei meinem Plan, an diesem Kurs teilzunehmen. Die Themen sind folgende:

  • Basistechnolgien des Internets: URI, HTTP, HTML, CSS, XML
  • Web Services
  • Webprogrammierung: vermute mal, dass es dabei eher um die Erstellung von Webseiten mit HTML u. CSS geht und weniger um Programmierung (oder werden vielleicht doch Programmiersprachen wie Javascript oder PHP behandelt?)
  • Funktionsweise von Suchmaschinen
  • Cloud Computing

COER13: Online Course zu OER (Open Educational Ressources)

Im Gegensatz zu den anderen beiden MOOCs, handelt es sich beim COER13 um einen cMOOC, der von eteaching.org in Kooperation mit Partnern aus dem Hochschulbereich veranstaltet wird und bei dem viele Teilnehmer/innen des MMC13 mitmachen wollen. Starttermin ist der 8.4.13 (Kursdauer: bis 28.6.13) Thematisch geht es um das Konzept OER – also freie bzw. offene Bildungsmaterialien – das aus theoretischer und praktischer Sicht behandelt wird:

  • Was sind Open Educational Ressources?
  • Welche Initiativen zu OER gibt es?
  • Was ist bei der Nutzung von OER zum Lehren und Lernen zu beachten?

Interessante Themen also, über die ich gerne mehr erfahren möchte.

SOOC13: Saxon (u. Siegener) Online Course über „Persönliches Lern- und Wissensmanagement 2.0 mit Social Media“

Veranstaltet von drei Mitarbeiterinnen der Universitäten Dresden, Chemnitz und Siegen geht es im SOOC13 um Lernen mit sozialen Medien. An den genannten Universitäten gibt es zusätzlich Präsenzveranstaltungen, d.h. es handelt sich um einen Blended MOOC (bMOOC). Der Kurs beginnt am 13.5.13 und endet am 14.7.13.
Der Kurs ist in folgende Themenblöcke aufgeteilt:

  • Lernen 2.0: Theorien und Ansätze
  • Werkzeuge für persönliches Lern- und Wissensmanagement
  • Voraussetzungen u. Rahmenbedingungen (rechtlich, politisch, persönlich)
  • Lernen 2.0 in Organisationen (Zukunft von Aus- und Weiterbildung)

Da ich durch mein Studium bereits gute Kenntnisse zu den ersten beiden Themenbereichen habe (wobei es sicherlich noch das ein oder andere Werkzeug zu entdecken gibt ;-)), interessieren mich vor allem die anderen beiden Themenblöcke. Diese, vor allem „Lernen 2.0 in Organisationen“ passen sehr gut zu meinem Studium (bearbeite gerade das Modul über „Corporate E-Learning“, in dem es genau um solche Fragen geht).

M(O)OC der Fernuniversität in Hagen: Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft (IDDG13)

Der IDDG13 ist eigentlich kein „richtiger MOOC“, da er nicht wirklich offen ist (deshalb das eingeklammerte O), sondern nur für Studierende der Fernuniversität in Hagen gedacht ist (was bereits zu regen Twitter-Diskussionen geführt hat, ob man eine solche interne Veranstaltung überhaupt „MOOC“ nennen darf). Als Fernstudentin werde ich an diesem Kurs jedenfalls versuchen teilzunehmen. Los geht’s am 29.4.13. In den 4 Kurswochen bis zum 26.05.13 wird der Kurs wöchentlich von einem anderen Lehrstuhlinhaber betreut. Dabei geht es um folgende Themen:

  • „Neues Lernen – neue Lehre? Der Homo Zappiens an der Uni“
  • „Informationsmanagement – Brücke zwischen Business und IT“
  • „Internetanschluss – für die eigenwirtschaftliche Lebensführung von überragender Bedeutung“
  • „Digitale Unterschriften und Zertifikate – mit wem rede ich gerade im Internet?“

Spannend finde ich dabei vor allem die Perspektiven aus anderen Disziplinen (Wirtschaft und Informatik)

It’s MOOC-Time!

In diesem Frühjahr finden also viele interessante MOOCs statt…und ich habe noch gar nicht alle aufgezählt (habe z.B. noch einen italienischen MOOC, der am 3.4.13 anfing, entdeckt: ITIS13, über Internettechnologien in der Schule. Schaue vielleicht mal rein, um meine Italienischkenntnisse etwas aufzufrischen)…
Neben Arbeit und Studium bleibt in meinem Kalender leider nicht mehr viel Zeit übrig. Vermutlich werde ich nicht an allen genannten MOOCs aktiv teilnehmen können, aber ich werde es versuchen (Motivation ist vorhanden ;-)). Freue mich schon auf viele spannende Lektüren!
Und wo mooct ihr so? An welchen MOOCs plant ihr teilzunehmen?

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eLearningWeltMMC13 – Meine „Top 5 Learnings“

Heute ist der letzte (offizielle) Tag des #MMC13. Die letzte Live-Session ist schon vorbei. Es war ein gelungener und sehr gut organisierter MOOC. Zeit für ein persönliches Fazit.

Während des MOOC Maker Course habe ich ganz viel gelernt und eine Menge neuer Erfahrungen gemacht. Diese alle im Einzelnen aufzuführen würde den Rahmen eines Blogartikels sprengen.
Monika König fragt im MMC13-Abschluss-Blogpost nach den „Top 5 Learnings“. Daher fasse ich hier meine persönlichen „Top 5 Learnings“ aus dem MMC13 zusammen.

1. MOOCs and (much) more

Zu den 5 Wochenthemen (s. MMC13-Programm) gab es sehr gute Impulsbeiträge, interessante Diskussionsrunden in den Live-Sessions sowie zahlreiche spannende Blogbeiträge der MMC13-Teilnehmer/innen. Inhaltlich habe ich neues Wissen über MOOCs und damit zusammenhängende Themen (z.B. Open Educational Ressources) erworben und durch Reflektionen, Diskussionen und Erfahrungsberichte andere Perspektiven, Erfahrungen und Strategien kennengelernt. Zusätzlich wurden viele Fragen aufgeworfen, die teilweise mit meinen übereinstimmten, an die ich teilweise noch gar nicht gedacht habe. Diese haben mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht und zu meinem Lernprozess beigetragen.
Hier sind die Links zu meinen inhaltlichen Zusammenfassungen (MOOCs, MOOC-Didaktik, das „Open“ in MOOCs und Geschäftsmodelle für MOOCs).

2. Lernen + Community + Kommunikation = viel mehr Motivation und Spaß am Lernen

So aktiv wie am MMC13 war ich in keinem anderen MOOC, an dem ich bisher teilgenommen habe. (Hier geht es zu meinen Erfahrungsberichten: xMOOC und cMOOCs). Dies habe ich vor allem Diethild Starkmeth zu verdanken, die meine offene Anmeldung kommentierte und mich dadurch als Erste in ein kurzes Gespräch verwickelte, sowie denjenigen, die meine Blog-Artikel kommentierten. Diese Kommentare motivierten mich dazu, weiter zu moocen und neue Beiträge zu veröffentlichen und auch Blog-Artikel Anderer zu kommentieren. In der MMC13-Community war die Atmosphäre durchweg angenehm, konstruktiv, kommunikativ, motivierend und somit sehr lernförderlich. Dafür sorgten vor allem die drei Veranstalter/innen des MOOCs mit ihren motivierenden E-Mails, Kommentaren und ihrer guten Laune. Das war aber noch nicht alles…

3. Einfach mal Neues ausprobieren – meine ersten Twitter-Erfahrungen

Ein großer Teil der Kommunikation spielte sich auf Twitter ab. Wenn im Blog-Aggregator keine neuen Blog-Artikel zu finden waren, warf ich einen Blick auf den Twitter-Stream. Dort waren immer interessante Links zu finden.

Vorher hatte ich mich noch nie intensiv mit Twitter auseinandergesetzt. Für den OPCO11, an dem ich mich aber dann doch eher wenig beteiligt habe, hatte ich mich bei Twitter angemeldet, diesen Dienst jedoch nie genutzt. Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass alle Tweets öffentlich einsehbar und jederzeit im Internet abrufbar sind. Da ich Twitter bis dato nur als in Blogs eingebundene Twitter-Streams wahrgenommen hatte – meistens wurde dort auf die Blogartikel verlinkt – hielt ich dieses Medium für überflüssig. Wozu auf einen Blog-Artikel verlinken, der direkt daneben steht? Meine Meinung dazu hat sich nun grundlegend geändert.

Nach einem Twitter-Account gefragt, zog ich erstmals in Erwägung, selbst zu twittern und kommunizierte das in meinem Blog. Doch vorher verfolgte ich die Twitter-Diskussionen. Dort lernte ich die Konventionen kennen: z.B. @username, um die Nachricht zu adressieren; #thema, um sie zu verlinken bzw. im entsprechenden Stream sichtbar zu machen; Abkürzungen wie in einer SMS; Retweet- und Favorisierungsfunktion. Die ersten Follower warteten schon gespannt auf meinen ersten Tweet. Während einer Live-Session war es dann soweit…und ich bekam sofort positive Rückmeldungen. Mittlerweise weiß ich Twitter als Kommunikationsmedium wirklich zu schätzen, wobei mir meistens 140 Zeichen viel zu kurz sind und das Twittern viel Zeit in Anspruch nehmen kann (z.B. durch Verfolgen der Diskussion, Nachschauen, ob es was Neues gibt).

4. Neue Tools und didaktische Einsatzmöglichkeiten

Neben Twitter lernte ich im Laufe des MOOCs verschiedene webbasierte Tools kennen. Leider konnte ich sie noch nicht alle ausprobieren, werde dies aber noch nachholen.

  • http://pearltrees.com/ – ein Social-Bookmarking-Tool, mit dem man Linksammlungen erstellen, verwalten und mit anderen austauschen kann. Andrea Brücken hat dazu ein sehr gutes mehrteiliges Tutorial erstellt.
  • Mind42 – ein kollaboratives Mind-Mapping-Tool.
  • http://www.edupad.com/ – ein kollaboratives Textverarbeitungsprogramm, das ohne Anmeldung funktioniert und beim MMC13 für das Sammeln von Fragen für die Live-Sessions und Ideensammlungen verwendet wurde.
  • Google+ Hangouts on Air (HOA) – eine Art Videokonferenz. Die Live-Sessions des MMC13 wurden damit durchgeführt und fast wäre ich bei der letzten dabei gewesen… Die Einladung dazu hat mich überrascht und gefreut (dadurch habe ich übrigens auch gelernt, dass man mit Twitter auch persönliche Nachrichten verschicken kann). Leider habe ich die Gelegenheit wegen technischer Probleme (Ausfall der Twitter-App) und meiner Unerfahrenheit mit diesem Medium verpasst. Als ich den benötigten Einladungslink endlich entdeckte, wurden gerade die Abschluss-Statements angekündigt – da wollte ich Niemandem mehr ins Wort fallen. Schade, beim nächsten Mal vielleicht…
  • Google Docs für kollaborative Aufgaben in einem MOOC.
  • Wiki zur Ergebnissicherung und einige Grundlagen der Wiki-Syntax. Für das MOOC-Maker-Wiki habe ich momentan zu wenig Zeit, kann es aber kaum erwarten dort endlich richtig aktiv zu werden.

5. Lernziele setzen und diese auch wirklich einhalten ist gar nicht so einfach

Anders als in einem xMOOC werden die Lernziele in einem cMOOC nicht von den Veranstaltern vorgegeben, d.h. jeder muss sich seine eigenen Lernziele formulieren. Um diese zu erreichen ist eine entsprechende Fokussierung notwendig. Da man nicht alle Beiträge lesen kann, selektiert man sie nach seinen Interessen und Lernzielen. Das gilt auch für die Produktion eigener Beiträge.

Bei vielen MOOCs hatte ich Schwierigkeiten, am Ball zu bleiben: zum Einen aus zeitlichen, zum Anderen aus motivationalen Gründen. Beim MMC13 war es genau umgekehrt. Ich hatte mir bestimmte Themenaspekte ausgesucht, die mich am meisten interessierten. Doch ich fand alle Themen so spannend, dass ich viel mehr Beiträge gelesen und geschrieben habe, als ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Dadurch war der Zeitaufwand für diesen MOOC besonders hoch – aber es hat sich gelohnt!

Danke für diesen tollen MOOC!

Ein großes Kompliment und herzlichen Dank an Dörte Giebels, Monika König und Heinz Wittenbrink für diesen großartigen MOOC!

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eLearningWeltWie werden MOOCs eigentlich finanziert?

In der vierten Woche des MOOC Maker Course #mmc13 dreht sich alles um Geschäftsmodelle für MOOCs: Welche Kosten entstehen bei der Durchführung eines MOOCs? Wie kann man MOOCs finanzieren oder sogar einen Gewinn erwirtschaften? Hier ist meine Zusammenfassung der vierten mmc13-Woche.

Auch wenn die Teilnahme an den meisten der zurzeit angebotenen MOOCs kostenlos ist, entstehen für die Veranstalter Kosten. Wie hoch diese sind, ist wahrscheinlich für jeden MOOC unterschiedlich und abhängig von der jeweiligen Konzeption.

Wie kommen die Kosten für einen MOOC zustande?

Die meisten Kosten werden durch den Arbeitsaufwand der Veranstalter verursacht und zwar für:

  • Planung und Konzeptionierung
  • Organisation (z.B. Einladung von Experten, Marketing)
  • Vorbereitung der Inhalte (Auswahl und/oder Erstellung von Impulsbeiträgen)
  • Bereitstellung und Gestaltung der technischen Infrastruktur (z.B. Kursblog, Lernplattform)
  • Testen der technischen Infrastruktur und (neuer) Tools (Funktionstest, Eignungstest)
  • Betreuung der Teilnehmer/innen (Feedback, Beantwortung von Fragen)
  • Moderation (z.B. von Live-Events) und deren Vorbereitung
  • Information der Teilnehmer/innen (z.B. Erstellung von Zusammenfassungen, Ankündigungen, Hinweis auf interessante Teilnehmerbeiträge)
  • Absprachen (z.B. mit Mitveranstaltern, Experten, Inhabern bestimmter Rollen)
  • Verwaltungsaufgaben (z.B. Pflege der Teilnehmerdaten, Aktualisierungen, Linksammlungen, thematische Sortierung von Bookmarks)
  • Verfolgung der Aktivitäten (z.B. Lesen von Teilnehmerbeiträgen, Verfolgen von Diskussionen über Twitter oder andere soziale Medien)
  • Fehlerbehebung und Verbesserungen (z.B. technische Fehler beseitigen, technische Infrastruktur z.B. durch neue Plug-Ins oder Tools optimieren)
  • Ergebnissicherung (z.B. „Endprodukt erstellen“ bzw. nachhaltige Archivierung/Verlinkung von Teilnehmerbeiträgen)
  • Leistungsbewertung (z.B. bei Prüfungen in xMOOCs, in cMOOCs evtl. Erfüllung der Voraussetzungen für Badges überprüfen)
  • Evaluation (z.B. statistische Erhebungen und Auswertungen, Umfragen)
  • evtl. weitere Verwaltungsaufgaben (z.B. Ausstellung von Zertifikaten oder Badges)
  • evtl. Marketingaktivitäten (z.B. Presseinfos schreiben, Interviews geben)
  • und bestimmt noch einige Aufgaben, die ich hier vergessen habe zu erwähnen…

Bei all diesen Aktivitäten kommen bestimmt so einige Arbeitsstunden und damit Personalkosten zusammen.

Daneben können gegebenfalls noch weitere Kosten anfallen, beispielsweise durch

  • Inhalte (falls diese urheberrechtlich geschützt sind)
  • Material/technische Ausstattung (z.B. eine Kamera zur Aufzeichnung von Vorlesungen)
  • Softwarelizenzen (falls keine Open-Source-Anwendungen eingesetzt werden)
  • Infrastruktur (Domain, Server)
  • evtl. Honorar für Experten (?)
  • … (mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein. Vielleicht habt ihr ja noch Ideen!?)

MOOCs müssen also irgendwie finanziert werden, damit sich für die Veranstalter eine Durchführung überhaupt lohnt. Die Frage ist nur, wie…

Geschäftsmodelle

Prof. Dr. Volkmar Langer verweist in seinem Impulsbeitrag auf das „Business Model Canvas“, eine Web-Applikation, mit der man kollaborativ ein Geschäftsmodell ausarbeiten kann. Als Grundlage dient dabei eine Art Pinnwand, an die man zu den folgenden Aspekten Notizen heften kann:

  • Key Partners
  • Key Activities
  • Key Resources
  • Value Propositions
  • Customer Relationships
  • Channels
  • Customer Segments
  • Cost Structure
  • Revenue Streams

Einige dieser Aspekte sind auch bei der didaktischen Planung zu berücksichtigen (z.B. die Zielgruppe und Aktivitäten). Hinzu kommen wirtschaftliche Überlegungen, z.B. über den gebotenen Mehrwert, die Vertriebskanäle, die Kostenstruktur, Kundenanforderungen, usw.

Hinter den bisher und zurzeit angebotenen MOOCs, egal ob xMOOC oder cMOOC, stehen unterschiedliche Geschäftsmodelle. In der Mind-Map habe ich einige denkbare und teilweise schon verwendete Finanzierungsmöglichkeiten zusammengestellt. (Zum Vergrößern einfach zweimal anklicken!)

Fehler: Hier wäre eigentlich eine Mind-Map mit den Merkmalen von cMOOCs und xMOOCs zu sehen.

Diese Übersicht ist sicherlich noch nicht vollständig. Habt ihr noch Ideen zum Ergänzen? Ich freue mich über eure Kommentare!

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eLearningWeltMOOCs: Open = ???

Diese Woche steht der MOOC MAKER COURSE #MMC13 unter dem Motto: „Gib mir ein O: Wie open sind MOOCs wirklich?“. Hier mein Lernbericht zu diesem Thema.

Die erste Frage war, was open im Zusammenhang mit MOOCs überhaupt bedeutet. Darauf gibt es mehrere Antworten.

  1. Open = keine Teilnahmevoraussetzung: Jeder darf an einem MOOC teilnehmen. Es gibt keine Eingangsprüfung, erforderliche Qualifikation, oder ähnliche Einstiegshürden zu erbringen. Die einzige Voraussetzung ist ein Internetzugang. Das gilt sowohl für xMOOCs als auch für cMOOCs.
  2. Open = offener Zugang zum Kurs: Der MOOC ist frei im Internet zugänglich. Na ja, nicht ganz: für xMOOCs muss man sich meistens registrieren und z.T. auch seine Zustimmung zu Nutzungsbedingungen abgeben. Auch in cMOOCs können Lernende sich ausgeschlossen fühlen: z.B. wenn in sozialen Netzwerken oder auf anderen Plattformen Diskussionen stattfinden, von denen man nichts mitbekommt oder für die man keinen Account hat und einen solchen vielleicht gar nicht anlegen möchte. Diesen Punkt versehe ich mal mit einem Fragezeichen
  3. Open = freie Zeiteinteilung. Jein, würde ich sagen. Es gibt zwar einen Zeitrahmen für bestimmte Themenaspekte (meistens eine Woche oder zwei, aber innerhalb dieses Zeitrahmens kann man sich seine Lernzeit selbst einteilen.
  4. Open = freie Themenwahl. Für xMOOCs sind die Themenaspekte und oft sogar schon die Reihenfolge der Lernvideos festgelegt, da sie aufeinander aufbauen. Bei cMOOCs hingegen kann jeder Lernender eig ene Schwerpunkte setzen und die Lernmaterialien lesen, anschauen, sammeln, produzieren, kommentieren und diskutieren, die ihn/sie interessieren oder für ihn/sie relevant sind. Dazu gehört auch das Festlegen individueller Lernziele.
  5. Open = Freiwilligkeit. Eine Anmeldung heißt nicht, dass man gezwungen ist, den kompletten MOOC zu absolvieren. Ein MOOC ist freiwillig und steht jedem je nach Zeit, Interesse und Lernziel offen. Nur für Zertifikate oder Badges müssen bestimmte Leistungen erbracht werden.
  6. Open = freie Lernmaterialien. Jein, denn in einigen xMOOCs hat man z.B. nur für die Zeit, in dem der MOOC stattfindet, Zugriff auf die Lernmaterialien. Ein weiterer Aspekt ist die Lizensierung: handelt es sich tatsächlich um „freie Lernmaterialien“ im Sinne von Open Educational Resources (OER)? Selbst eine Creative Commons Lizenz für nicht-kommerzielle Nutzung ist nicht wirklich frei – wie ich diese Woche gelernt habe – denn sie darf z.B. nicht für Wikipedia verwendet werden, da Wikipedia auch ein kommerzielles Unternehmen ist.
  7. Open = kostenlos Ja, MOOCs sind für die Teilnehmer kostenlos. Doch wie werden sie finanziert? Bezahlt der Lerner etwa mit seinen Daten (Stichwort: Learning Analytics)? Dies werde ich hoffentlich nächste Woche erfahren, wenn es im #MMC13 um Geschäftsmodelle für MOOCs geht.
  8. Open = offene Bildung. Ebnen MOOCs den Weg für eine offene Bildung im Sinne von lebenslangem, eigenverantwortlichem, individuellem und informellem Lernen? Bringen MOOCs Offenheit in Institutionen, wie Schule, Uni oder auch Unternehmen?
    Oder sind sie bloß ein kurzzeitiger Trend? Auch hier ein Fragezeichen
  9. Open = Fragezeichen Wofür könnte das „Open“ noch stehen?

Mehr zu diesem Thema gibt es im Kursblog des #MMC13. Habt ihr noch Ideen?

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eLearningWeltWas macht einen (didaktisch) guten cMOOC aus?

Die zweite Woche des #mmc13 ist in vollem Gange. Diese Woche geht es um MOOC-Didaktik. Was macht einen (didaktisch) guten MOOC aus? Spannend vor allem, wenn es um die didaktische Gestaltung und Organisation eines cMOOCs geht…

Denn cMOOCs sind von ihrer Struktur her wesentlich offener als xMOOCs (die Unterschiede habe ich hier beschrieben). Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum in den Impulsbeiträgen der 2. mmc13-Woche auch hauptsächlich diese thematisiert werden. Trotz meines ursprünglichen Plans, mich nach und nach in das Thema einzuarbeiten, habe ich schon alle Impulsbeiträge sowie viele andere Blogbeiträge gelesen (nein, mit Sarah, die Yvonne Stragies in ihrem Podcast beschreibt, habe ich nicht viel gemeinsam! 😉 Doch dazu später mehr…). Bevor meine Gedanken, Ideen und Fragen dazu von der Informationsflut weggeschwemmt werden, halte ich zumindest ein paar lieber mal in einem Blogartikel fest…

Impulsbeitrag 1: die unglaubliche Sarah

Yvonne Stragies stellt in ihrem Impulsbeitrag in Form eines Podcasts die „ideale MOOC-Teilnehmerin“ Sarah vor und schildert ihre vielfältigen, gut geplanten, kreativen, produktiven, kommunikativen, spielerischen MOOC-Aktivitäten. Meine Gedanken dazu waren nur: „Unglaublich! Wie macht sie das bloß? Ist das überhaupt zu schaffen? Wo nimmt diese Frau die Zeit dafür her? Das geht doch gar nicht, (oder etwa doch)? Schon alleine die präzise Zeitplanung und Formulierung der Lernziele nimmt extrem viel Zeit in Anspruch…“. Ein Podcast, angelehnt an Aussagen von Stephen Downes und George Siemens der bei mir viele Fragen aufgeworfen hat (intendiertes Lernziel erreicht, würde ich sagen ;-)). Auch Yvonne Stragies stellt in ihrem Beitrag eine ganze Reihe reflexiver Fragen zu MOOCs aus der Sicht von Newbies und erfahrenen Teilnehmern sowie Praktikern. Aus der Teilnehmerperspektive beziehen sie sich zusammengefasst vorwiegend auf folgende Schwierigkeiten (in Klammern meine Gedanken dazu):

  • Motivation, Durchhaltevermögen, Konzentration (Was ist mit Zeit? Die braucht man auch für einen MOOC.)
  • Den Durchblick behalten, Verfolgen der eigenen Lernziele
  • Kommunikation mit anderen Teilnehmern
  • Umgang mit Medien (muss geübt werden, Kann das wirklich von allen Teilnehmern für einen MOOC vorausgesetzt werden, wie es in einigen Kommentaren anklang?, Selbstdarstellung im Internet (dazu gehört Mut, Feedback nötig)
  • Beobachtung der Aktivitäten anderer (motivierend oder demotivierend? Im Fall von Sarah eher ein bisschen demotivierend.)
  • Kommt es wirklich zu einem Diskurs zwischen Praktikern und Laien? (Sicher lernt man sehr viel von Praktikern, aber kommt man tatsächlich mit ihnen ins Gespräch? Hab es noch nicht versucht… Werden meine Beiträge überhaupt von ihnen wahrgenommen? )
  • Welche Bedeutung haben bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Neugierde, Offenheit, intrinsische Motivation,…) auf den Lernerfolg? (Viele sind wahrscheinlich eine Voraussetzung für die MOOC-Teilnahme, andere wiederum erwirbt man im Laufe des MOOCs, z.B. Courage)

Aus der Sicht der Praktiker werden u.a.folgende Fragen aufgeworfen:

  • Kompatibilität von MOOCs mit formellen Lernarrangements (xMOOCs ja, cMOOCs jein würde ich sagen. Nur bei relativ offenen Themen, die auch im Rahmen eines Seminars diskutiert werden können. Eine Leistungsbewertung finde ich eher schwierig.)
  • Anpassung von MOOCs an eigene Lehr- und Lernziele
    (Durch Bereitstellung von Impulsbeiträgen können Lehrziele erreicht werden. Eigene Lernziele muss sich jeder Teilnehmer selbst setzen. Vorgaben (z.B. Kommentaranzahl) engen zwar die Offenheit ein, könnten den MOOC bei weniger aktiven Teilnehmern aber auch bereichern.)
  • Sind heutige Studierende bereit für MOOCs?
    (Nur weil sie studieren? Nein, die notwendige Medienkompetenz muss vermittelt werden, entweder schon in der Schule, oder in der Uni. Z.B. mit der Erstellung eines Blogs. Vielleicht sogar während eines MOOCs?)
  • Welche Potentiale haben MOOCs?
    (Ganz viele: Vernetzung, einen wichtigen Beitrag zum lebenslangen, selbstständigen Lernen, Erweiterung von Medienkompetenz, Aufbau persönlicher Lernnetzwerke, Wissen, Produktion von Open Educational Ressources (OER),…)
  • Form und Methode zur Einführung eines MOOCs? (Darüber muss ich noch eine Weile nachdenken…das ist wahrscheinlich abhängig von der intendierten Zielgruppe)
  • Potential/Gefahren/Grenzen öffentlich zu lehren und zu lernen
    (Gefahren: Was passiert mit persönlichen Daten? Stichwort: Learning Analytics. Diesem Thema würde ich zur Vertiefung gerne einen eigenen Artikel widmen. Copyright: wie kann man seine Inhalte schützen? Ein Aspekt, der in vielen Blogeinträgen angesprochen wurde. Potenziale: OER, freies Wissen im Netz).
  • Welche Unterstützung ist notwendig? (
    eine gute zeitliche, inhaltliche und organisatorische Struktur, Input in Form von Impulsbeiträgen, offene aber zentrale Plattform (z.B. Kursblog), Hilfestellungen (Anleitungen, Aktivitätsvorschläge, usw.), Feedback, Newsletter)
  • Beurteilung der Qualität der (Wissens)kommunikation (Leistungsbewertung – gute Frage! Darauf habe ich jetzt spontan leider keine Antwort.)
  • Spannung zwischen vorgegebenen Lernzielen und Inhalten vs. der freien Wahl der Themen, Lernziele
    (Lehrende als Moderatoren: Zusammenfassen, moderieren und kommentieren der Beiträge)

Auch die anderen Impulsbeiträge dieser Woche fand ich sehr interessant, insbesondere die Änderungsvorschläge, die Cornelie Picht (hier) vorschlägt, um die von Prof. Dr. Rolf Schulmeister genannten Schwierigkeiten von MOOCs zu überwinden. Darüber habe ich noch lange nachgedacht. Vor allem die Änderung der Perspektive, d.h. der Umgang mit den zahlenmäßig hohen, aber vielleicht nicht unbedingt mit dem MOOC zusammenhängenden Dropout-Quoten. Dieser Punkt wurde in dieser Woche rege diskutiert: Kann man in einem MOOC scheitern? Wann bin ich als Teilnehmer oder Veranstalter gescheitert? Wer ist verantwortlich dafür?

Leider habe ich viel zu wenig Zeit, um alle in dieser Woche angesprochenen Aspekte aufzugreifen. Also komme ich zur wichtigen Frage:

Was macht einen (didaktisch) guten MOOC aus?

Braucht man überhaupt eine MOOC-Didaktik? Gibt es sowas überhaupt? Da kann ich Claudia Bremer zu ihren Ausführungen nur zustimmen: ja, ich finde man muss einen MOOC auch didaktisch vorbereiten. Zumindest sollte ich mir über folgende Punkte Gedanken machen, wenn ich plane, einen MOOC zu veranstalten:

  • Thema und Inhalte,
  • damit verbunden (allgemeine) Lernziele: z.B. worüber soll diskutiert werden? Welche Tools sollen vorgestellt werden?
  • Die Rolle(n) der Veranstalter (mehrere, denn einen MOOC alleine zu organisieren halte ich nicht für möglich): Stephen Downes nennt hier eine ganze Reihe von Rollen. Sind diese alle notwendig? Wer kann sie übernehmen?
  • Strukturierung: thematisch (Aufteilung bzw. Abfolge der Themen), zeitlich (Taktung), organisatorisch (Wann und in welcher Form werden Impulsbeiträge, Zusammenfassungen, Newsletter, versendet bzw. veröffentlicht?) und medial (Wo, d.h. auf welchen Plattformen, in welchen Netzwerken, bietet man als Veranstalter Anlauf- und Orientierungspunkte sowie Diskussionsmöglichkeiten? Wie ist das technisch umsetzbar?)
  • Moderation, Motivation und Unterstützung: Wieviele und welche Hilfen kann man anbieten? Wie motiviert man die Teilnehmer/innen?
  • und bestimmt noch einige andere, dir mir gerade nicht einfallen.

Für mich persönlich (als Teilnehmerin) ist ein didaktisch guter MOOC ein MOOC mit einem für mich interessanten und spannenden Thema; mit einer übersichtlichen Lernumgebung (muss keine Lernplattform sein, damit kann auch ein Kursblog gemeint sein), in der ich mich gut zurechtfinde; mit motivierenden Elementen (seien es herausfordernde Aufgaben in einem xMOOC oder rege Diskussionen in einem cMOOC); das alles in einer angenehmen Atmosphäre. Und für euch?

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